„Die Finals“ mit Uli

Als Schiedsrichterin im Kader des Deutschen Schwimmverbandes wurde ich zu den „Finals“ nach Hannover eingeladen. An 4 Tagen gingen die Deutschen Spitzenschwimmer als Vorbereitung auf den Weg nach Paris an den Start. Dort finden in diesem Jahr die Europameisterschaften statt.

Das besondere an diesen 4 Tagen: es war ein Multi-Sportevent mit vielen Deutschen Meisterschaften in verschiedenen Sportarten, verteilt über die ganze Stadt. Die Schwimmwettkämpfe wurden im Stadionbad ausgetragen. Von hier war es nicht weit zum Maschsee, der Event-Zentrale mit vielen Aktivitäten. So wurden dort z.B. abends zentral für alle Sportarten die Siegerehrungen durchgeführt.

Besonders war auch der Ort des Mittagsverpflegung. Alle Sportler, Kampfrichter, Volunteers usw. gingen dazu in die Lounge des Heinz von Heiden Stadions, dem großen Fußballstadion direkt neben der Schwimmhalle.

Der Deutsche Schwimmverband hatte sich für die Finals ein neues Format mit Kombi-Wertungen und Elimination-Races ausgedacht. Offenbar waren viele Sportler hiervor nicht überzeugt, denn die Teilnehmerfelder waren teilweise sehr klein, weshalb sogar auf Vorläufe verzichtet werden konnte. Aber auch der Zeitpunkt dieser Veranstaltung war ungünstig, denn viele jüngere Sportler waren schon in den Ferien oder hatten ihre Saisonhöhepunkte schon.

Für uns Kampfrichter war dies ungewöhnlich, denn sonst sehen wir bei „Deutschen“ manchmal über viele Stunden nicht das Tageslicht. In Hannover hatten wir viel Zeit zwischen den Vorläufen am Vormittag und den Finalläufen nachmittags oder abends. Also nutzten wir die Zeit und besuchten die vielen Sportstätten. An den 4 Tagen in Hannover war ich bei 13 Sportarten, wie z.B. Stand-up-Paddling, Karate, Surfen Rapid und Flag-Football. Auch die Sehenswürdigkeiten von Hannover kamen nicht zu kurz, denn sie waren teilweise quasi die Sportstätten.

Vielleicht noch mal kurz zur Idee der „Finals“. Medienpräsenz ist für viele Sportarten teilweise überlebenswichtig, weil hierdurch Gelder eingenommen und Sponsoren gewonnen werden können. Das gilt auch für den Schwimmsport. Die großen Fernsehsender stellen dafür aber auch Forderungen. Die Terminfrage ist die größte Forderung, denn es sollte möglichst kein anderes sportliches Großereignis zu dieser Zeit stattfinden. Einige Sportarten konnten dies gut in ihren Jahresplan berücksichtigen. Bei uns Schwimmer war dies durch die anstehenden Europameisterschaften eher unglücklich.

So schön diese freie Zeit für uns Kampfrichter auch war, so schade war es für die Schwimmwettkämpfe an sich. Beim Deutschen Schwimmverband wird es zahlreiche ??? geben. Da bin ich mehr sicher. Für mich waren die Tage in Hannover ein vergnüglicher Saisonabschluss.

Verfasserin:
Ulrike Rothärmel